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Sie wollen keine Risiken oder Gefährdungen bei der Tätigkeit Ihrer Mitarbeitenden!

Um die Gefährdungen und damit verbundene Risiken festzustellen, ist eine Gefährdungsbeurteilung zu erstellen. In dieser ermitteln Sie, welche Gefährdungen vorliegen und Sie legen fest, wie hoch das  Risiko an dem konkreten Arbeitsplatz bei der jeweiligen Tätigkeit ist. Sie legen weiterhin Schutzmaßnahmen fest, um die Gefährdungen abzustellen oder zu minimieren - und wer dafür bis wann verantwortlich ist. Der Temin und die Wirksamkeit sind danach zu kontrollieren.

Öffnen Sie die Rahmen und Sie finden weitere Informationen...

Die Beurteilung der Arbeitsbedingungen bei der Arbeit ist verpflichtend im Arbeitsschutzgesetz (insbesondere §§ 5 – 9) festgeschrieben. Es ist eine der Grundpflichten des Arbeitgebers, Maßnahmen zur Sicherheit und zum Gesundheitsschutz für die Beschäftigten festzulegen und zu verbessern. Dabei muss die Beurteilung  nach Art der Tätigkeiten erfolgen. Voraussetzung dafür ist die Ermittlung der möglichen Gefährdungen(Möglichkeit eines Schadens). Hier finden Sie eine Liste der möglichen Gefährdungen…

In der Arbeitssicherheit ist eine Gefährdung die Möglichkeit,  dass eine Person räumlich und/oder zeitlich mit einer Gefahrenquelle zusammentreffen kann. Folge ist ein möglicher arbeitsbedingter Schaden einer oder mehrerer Personen (Unfall, Gesundheitsbeeinträchtigung…). „Gefahren sind an ihrer Quelle zu bekämpfen“ – so fordert es das Arbeitsschutzgesetz §4, Abs. 2. Ein Beispiel dafür sind z. B. Stolperstellen im Fußboden – der Fußboden muss also entsprechend begradigt oder draufliegende Teppiche, Läufer etc. befestigt werden.

Welche Gefährdungen an einem Arbeitsplatz vorliegen und welche Schutz-Maßnahmen für die Beschäftigten erforderlich sind, wird im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung ermittelt. Das ist eine Forderung gem. § 5 ArbSchG. Eine Dokumentation unterstützt dies. In der Dokumentation werden auch Fristen festgelegt sowie Fristen für die Wirksamkeitskontrolle. Sollte eine Maßnahme nicht durchführbar sein oder aus verschiedenen Gründen nicht zu der festgelegten Frist, sollten anderweitige Maßnahmen überlegt werden. Dabei greift in jedem Fall das TOP-Prinzip.

Konkretisiert wird die Gefährdungsbeurteilung durch die ASR V3. Neben Begriffsbestimmungen, Allgemeinen Grundsätzen wird hier auch auf die Fachkunde hingewiesen. Die Prozessschritte bis hin zur Dokumentation werden ebenfalls erläutert.

Die Gefährdungsbeurteilung ist demnach ein ständiger Prozess.

Weitere Informationen finden Sie hier

  • Durch die GDA (Gemeinsame Deutsche Arbeitsschutzstrategie) wurde eine    Leitlinie zur Gefährdungsbeurteilung erarbeitet.

  • Durch die Evangelische Fachstelle für Arbeits- und Gesundheitsschutz (EFAS) werden besonders kirchenspezifische Informationen, Beispielkataloge sowie weiterführende Links bereitgestellt.

  • Die zuständigen Berufsgenossenschaften stellen Ihnen ebenfalls Hilfsmittel, z. B. Checklisten zur Gefährdungsbeurteilung zur Verfügung. Es wird empfohlen, diese zu verwenden. Sie finden eine Auswahl in der Sidebar unter „Broschüren/Handlungshilfen". Beachten Sie, dass die in der Sidebar zu findenden Mustergefährdungsbeurteilungen an die Einrichtung anzupassen sind.

Die Orts- und Fachkräfte in unserer Landeskirche sowie die Arbeitsmediziner beraten Sie ebenfalls zum Thema Gefährdungsbeurteilungen – sie unterstützen Sie bei der Gefährdungsbeurteilung. Eine Mitwirkungspflicht haben auch die Beschäftigten (§§ 15 und 16 des Arbeitsschutzgesetzes) sowie die Mitarbeitervertretungen.

Die psychischen Gefährdungen zu beurteilen  ist ebenfalls eine Pflicht des Arbeitgebers. Seit Ende 2013 fordert das Arbeitsschutzgesetz explizit die Berücksichtigung der psychischen Belastung in der Gefährdungsbeurteilung. Das heißt: Alle Einrichtungen (Unternehmen) und Organisationen müssen auch jene Gefährdungen für ihre Beschäftigten ermitteln, die sich aus der psychischen Belastung bei der Arbeit ergeben, d. h., die psychische Belastungen sind in gleicher Weise zu beurteilen und durch Maßnahmen zu minimieren. Das  gilt auch für körperliche Belastungen.

Zur Gefährdungsbeurteilung der psychischen Belastung gibt es verschiedene Instrumente und Verfahren. Diese müssen den betrieblichen Bedürfnissen und Gegebenheiten Rechnung tragen. Unterstützung erhalten Sie dabei von Ihrer zuständigen Fachkraft für Arbeitssicherheit,  Ihrem Betriebsarzt und dem zuständigen Unfallversicherungsträger.

Es gibt verschiedene Methoden (Instrumente) zur Beurteilung. Doch welche Methode ist die richtige? 

Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung gibt es die Möglichkeit Analyse-Workshops zu organisieren, Beobachtungsinterviews durchzuführen oder Mitarbeiterbefragungen abzuhalten:

  • Analyse-Workshop: Beschäftigte beschreiben und beurteilen gemeinsam mit Führungskräften und fachkundigen Experten die psychische Belastung der Arbeit im betrachteten Bereich.
  • Beobachtungsinterview: Geschulte Personen beurteilen die psychische Belastung auf Basis ihrer Beobachtungen der Tätigkeit oder Tätigkeiten - ergänzt um (Kurz-)Interviews mit den Beschäftigten.
  • Mitarbeiterbefragungen: Beschäftigte geben in standardisierten Fragebögen ihre Einschätzung zur Ausprägung der psychischen Belastung ihrer Arbeit an.

Alle haben Vor- und Nachteile (siehe Broschüre „Empfehlung Gefährdungsbeurteilung“ unter GDA-Psyche).

In der bisherigen Praxis hat sich u. a. eine Mischung aus Mitarbeiterbefragung und anschließendem Workshop je Tätigkeitsbereich bewährt. Käme das für Sie ebenfalls in Frage? Lassen Sie es uns gemeinsam herausfinden, welche Methode für Sie die beste ist. Sprechen Sie mit Ihrer Orts-/Fachkraft, um Unterstützung zu erhalten!

Falls sich das Video: "Wohin Führung führt" nicht öffnet, öffnen Sie es bitte hier...

Letzte Änderung am: 21.10.2020